Indian Gaming bezeichnet das Glücksspielgeschäft, das von staatlich anerkannten indigenen Stämmen (federally recognized tribes) auf ihrem Reservatsland in den Vereinigten Staaten betrieben wird. Was in den 1970er Jahren mit kleinen Bingo-Hallen begann, hat sich zu einer Milliarden-Dollar-Industrie entwickelt, die das Leben vieler Native American Communities grundlegend verändert hat.
Die Anfänge: Von Bingo zu Casinos
Die Geschichte des modernen Indian Gaming beginnt in den 1970er Jahren, als einige Stämme begannen, Bingo-Spiele auf ihrem Land anzubieten. Der Durchbruch kam 1987 mit dem Urteil California v. Cabazon Band of Mission Indians, in dem der Oberste Gerichtshof entschied, dass Bundesstaaten kein Recht haben, Glücksspiel auf Stammesland zu regulieren, wenn sie es außerhalb der Reservate in irgendeiner Form erlauben.
Als Reaktion auf dieses Urteil verabschiedete der Kongress 1988 den Indian Gaming Regulatory Act (IGRA), der einen rechtlichen Rahmen für das Stammesglücksspiel schuf und bis heute die Grundlage der Branche bildet.
Die Zahlen heute
- Über 500 Spielstätten in 29 Bundesstaaten
- Mehr als 240 Stämme betreiben Casinos
- Über 40 Milliarden Dollar Jahresumsatz
- 700.000+ Arbeitsplätze direkt und indirekt
Bedeutung für die Stämme
Für viele Stämme bedeuten die Casino-Einnahmen den Unterschied zwischen Armut und wirtschaftlicher Eigenständigkeit. Die Gelder fließen in Bereiche, die der Bundesregierung über Jahrzehnte vernachlässigt wurden:
- Schulen und Bildungsprogramme
- Gesundheitsversorgung und Kliniken
- Straßen und Infrastruktur
- Programme zur Spracherhaltung
- Kulturzentren und Museen
„Die Casino-Einnahmen geben uns die Freiheit, selbst über unsere Zukunft zu entscheiden – eine Freiheit, die uns jahrhundertelang verwehrt wurde."
