Natürlich brauchen wir Rangers einheimische Freiwillige oder eine größere
Anzahl von regulären Truppen, um die Bastarde zu verfolgen...
Thomas Hodges wurde dazu ausersehen, eine Kompanie von 30 Mann
zusammenzustellen, um für 90 Tage im Einsatz zu bleiben. Der Trupp
verfügt über eine großzügig gestiftete Summe, die auch durch den
Verkauf von Skalps zustande kam... Ebenso gelang es der McGinley-
Theatergruppe, 125 Dollar einzuspielen, so daß für jede Lady ein
modisches Haarteil aus einem Apachenskalp herausspringen dürfte...
Arizona Miner, 1866 / 1867

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Apache Die Apache können geographisch in eine westliche und eine östliche Abteilung geschieden werden. Im Osten haben wir die Jicarilla, Mescalero, Lipan (die eigentlich eine Südliche Plains-Gruppe sind) und Chiricahua Apache; im Westen die White-Mountain-, Carrizo-, San-Carlos-, Fort-Apache-, Pinal-, Arivaipa-, Apache-Peaks-, Mazatzal-, lonto- und Cibecue-Banden, die insgesamt als Westliche Apache bekannt sind, und die Navajo. Alle haben die weitgehend gleiche Weltanschauung, religiöse Ausrichtung und zyklische Mythologie. Zeremonien dienen der Heilung von Krankheiten, der Abwehr von möglichem Übel oder zur Wiederherstellung der Weltordnung. Alle Gruppen sind matrilinear und haben bedeutende und komplexe Pubertätszeremonien für Mädchen. Bei den Mescalero beispielsweise errichtet die Familie ein großes Tipi (kegelförmiges Stangenzelt insbesondere der Plains-lndianer) oder Wickiup (für den Südwesten typische einfache Hüttenform), in dem die Mädchen zu einer Abfolge von rituellen Gesängen tanzen. Die Zeremonie wird von einem Schamanen oder Medizinmann geleitet, der den Titel Sänger trägt. Im zweiten Teil der Zeremonie, dem sogenannten "Sonnengruß", wird das Mädchen nach einer Phase des Fastens und der Unterrichtung durch einige Älteste als Erwachsene vorgestellt.

Die Athapaskisch sprechenden Völker waren die letzte große Indianergruppe, die in den Südwesten, und auch die letzten, die unter anglo-amerikanische Herrschaft kamen. Ursprünglich im nordwestlichen Kanada und in Alaska zu Hause, drangen die Athapasken Ende des 14. und Anfang des 15. jahrhunderts, also nicht allzu lange vor Ankunft der Spanier, in den Südwesten vor. Um 1600 gab es wahrscheinlich an die 15000 Apache in der Region. Bei ihrer Ankunft waren es kleine nomadisierende Banden ohne soziale und politische Differenzierung. Die Gruppen verbreiteten sich rasch im größeren Umkreis der Pueblo-Siedlungen, wo sie ihren Anspruch auf bestimmte Gebiete als traditionelle Territorien mit erkennbaren heiligen Plätzen geltend machten. Einige Gruppen vermischten sich mit Plains-Stämmen - die Lipan Apache stießen nach Westtexas vor und vertrieben die dortigen Comanche. Die Mescalero und Chiricahua Apache zogen in das Gebiet östlich des Rio-Grande-Tals, die Jicarilla und Navajo hingegen ins nördliche New Mexico, während die Westlichen Apache und andere Chiricahua sich in den alten Siedlungsgebieten der westlichen Anasazi und Mogollon heimisch machten.

Die Apache-Gruppen lebten vom Jagen und Sammeln. Als sie den Südwesten erreichten, gesellten sich der Feldbau und das Beutemachen auf Raubzügen zu dieser wirtschaftlichen Basis. Rasch nahmen sie die Bräuche der Plains-, Pueblo- oder Rancheria-lndianer an und erwarben sich darüber hinaus den Ruf großer Wildheit. Gleichermaßen schnell lernten sie sich des Pferdes zu bedienen. Ein Großteil der Geschichte des Südwestens dreht sich um die Beutezüge der Apache und die Vergeltungsmaßnahmen und Racheüberfälle der Pueblos, Pima, Spanier und Anglo-Amerikaner. Um 1700 war der Südwesten in weiten Teilen ein einziges Waffenlager mit wechselnden Bedürfnissen, für die allein ökonomische Vorteile ausschlaggebend waren.

In den Jahrzehnten, bevor Amerika 1848 von Mexiko den Südwesten erwarb, wurden die Apachen von spanischen und mexikanischen Sklavenfängern gejagt, und zur Verteidigung und aus Rache führten sie einen unbarmherzigen Guerilla-Krieg gegen die Weißen. Sie waren außerordentlich tapfer, widerstandsfähig und Feinden gegenüber extrem grausam; oft legten sie weite Entfernungen zurück, um Ranches und Siedlungen zu plündern oder Vieh zu stehlen. Im Gegenzug bekämpften ihre Feinde sie gnadenlos wegen ihrer Skalps, die in Mexiko hohe Preise erzielten, und um Gefangene zu machen, die sie als Sklaven verkaufen konnten.
Als der Südwesten in die Hände der Amerikaner überging, waren die Apachen anfangs freundlich zu ihnen, aber die zunehmende Bedrohung ihrer Gebiete durch Goldgräber, Viezüchter und amerikanische Soldaten machte sie zu Feinden.

Wildledermütze
Apachenkrieger trugen vielfach Wildledermützen,
die kunstvoll mit Federn und Perlenstickerei in
höchst individuellen Mustern verziert wurden.

Gegen Ende der 1850er Jahre hatten die Amerikaner die Mexikaner als die Hauptfeinde der Apachen ersetzt. Bei Ausbruch des Bürgerkriegs wurden die im Osten benötigten Truppen aus dem Land der Apachen abgezogen. Die amerikanischen Forts in der Region wurden evakuiert und niedergebrannt, und die Postkutschenlinie nach Kalifornien, die durch Texas -das zu den Südstaaten gehörte- und das Land der Apachen verlief, wurde weiter nach Norden durch sicheres Nordstaatengebiet verlegt. Da die Apachen glaubten, ihr mutiger Einsatz für ihr Gebiet habe die Soldaten und Postkutschen vertrieben, begingen einige Gruppen immer mehr Überfälle auf Siedler und Reisende in der Hoffnung, alle Fremden von ihrem Territorium zu verjagen.
Im Juni 1862 stießen sie mit Colonel James H. Carleton zusammen, einem Nordstaaten-Offizier; er führte eine Kolonne von Freiwilligen von Südkalifornien zum Rio Grande, die sich an einem Angriff auf die Konföderierten beteiligen sollten, und machte unterwegs in Tuscon halt, von wo er drei Kuriere zu den Nordstaaten-Truppen in New Mexico vorausschickte, um ihnen die Verstärkung anzukündigen. Bei Apache Pass, einem felsigen Engpaß östlich von Tuscon, griffen Indianer die drei Reiter an und töteten zwei von ihnen; der dritte wurde sechzig Kilometer gejagt, bis er entkommen konnte. Die Angreifer gehörten zu einer Gruppe von Chiricahua­Apachen, die sich Chookanén nannten und dem charismatischen Häuptling Cochise folgten.
Anfangs war Cochise den Amerikanern gegenüber einer der am wenigsten feindseligen Apachen-Anführer gewesen. Er hatte gestattet, daß Kutschen durch das Land seines Volkes fuhren und die Reisenden, die Mitarbeiter der Poststation und ihre Tiere die Quelle am Paß benutzten; außerdem hatte er die Poststation am Apache Pass mit Brennholz beliefert. Doch Anfang 1861, eineinhalb Jahre vor dem Angriff auf Carletons Kuriere, hatte eine Armee­Einheit unter der Führung des unerfahrenen Lieutenant George N. Bascom Cochise zu einem unerbittlichen Feind der Amerikaner gemacht; der Offizier hatte -fälschlicherweise- geglaubt, Cochise sei an einem Überfall auf eine Ranch beteiligt gewesen, bei der ein Junge gekidnappt und Tiere gestohlen worden waren, und hatte ihn bei einer Versammlung verhaften lassen. Cochise, dessen Volk nichts mit der Sache zu tun hatte, zog das Messer, befreite sich aus dem Zelt und floh in einem Kugelhagel, wobei er eine Verletzung am Bein davontrug. Daraufhin ergriffen die Truppen andere Indianer, die auf Cochise gewartet hatten, und erhängten sechs von ihnen, darunter Cochises Bruder und zwei seiner Neffen. Cochise war voller Trauer und Zorn. "Am Ende", sagte er später zu den Weißen, "haben eure Soldaten mir ein großes Unrecht zugefügt, und ich und mein Volk zogen in den Krieg gegen sie..."
Doch die Attacken der Chiricahua gegen Carleton fanden damit 1862 noch kein Ende. Eine Woche nach dem Mord an den beiden Kurieren töteten sie drei Reiter eines Spähtrupps, den Carleton ausgeschickt hatte. Und wieder einige Wochen später führten sie Carletons großen Voraustrupp in Apache Pass in einen Hinterhalt und töteten in einer zwei Tage dauernden Schlacht mehrere Soldaten. Erst die Haubitzen der Soldaten, die viele Verwundete und Tote unter den Indianern forderte, zwangen die Apachen zum Rückzug. Unter den Verwundeten war auch Cochises Schwiegervater Mangas Coloradas, der Häuptling der Mimbreño-Apachen, einer Untergruppe der Chiricahua.
Carleton errichtete Fort Bowie, um die Route durch Apache Pass und die dortige Quelle zu sichern, und setzte dann seinen Marsch zum Rio Grande fort. Dort mußte er feststellen, daß die konföderierten Soldaten sich nach Texas zurückgezogen hatten. Nun befehligte Carleton die Nordstaaten-Truppen in New Mexico, doch es gab keine gegnerische Armee mehr, die er bekämpfen konnte. Deshalb begann er einen unbarmherzigen Feldzug gegen die verschiedenen Apachenstämme, für den er an seine Offiziere den Befehl augab: "Mit den Indianern dürfen keine Verhandlungen oder Gespräche stattfinden. Die Männer sind an Ort und Stelle zu töten. Die Frauen und Kinder können gefangengenommen werden..."
Im Januar 1863 hörte Carleton von Bodenschätzen im Land von Mangas Coloradas´ Mimbreño-Gruppe und schickte eine Einheit seiner kalifornischen Freiwilligen als Kundschafter dorthin; sie wurden angeführt von General Joseph R. West, einem brutalen Indianerhasser, der in Friedenszeiten Zeitungsherausgeber war. Unter dem Vorwand, unter einer weißen Flagge mit ihm sprechen zu wollen, lockte er den über 60jährigen, imposanten, mehr als 1,80 Meter großen Häuptling aus seinem Lager und ließ ihn mit vorgehaltenem Gewehr festnehmen.
Ein Goldsucher im Lager beobachtete, wie die Wachen Mangas Coloradas in der Nacht ermordeten. Zuerst folterten sie ihn, indem sie seine Beine und Füße mit ihren im Lagerfeuer erhitzten Bajonetten verbrannten, und erschossen ihn erst, als er vor Schmerzen zuckte. Am Morgen behaupteten die Soldaten, der Apachen-Häuptling habe einen Fluchtversuch unternommen und warfen seine Leiche in einen seichten Tümpel. Später trennten sie den Kopf ab und kochten ihn in einem großen schwarzen Kessel, um die Haut und das Fleisch abzulösen. Dann wurde der Schädel in den Osten geschickt, wo Wissenschaftler feststellten, daß seine Gehirnschale größer war als die von Daniel Webster, und schließlich landete er in einem Schaukasten in der Smithsonian Institution in Washington. Für die Apachen war das Enthaupten weitaus schlimmer als der Tod, denn es bedeutete, daß der Körper verstümmelt in die Ewigkeit eingehen mußte.
Nach Mangas´ Tod wollte West alle Mimbreño ausrotten und lud zu diesem Zweck sogar eine Gruppe zu einem Friedensfest ein, auf die er dann das Feuer eröffnete und sie abmetzelte. Dennoch erreichte er sein Ziel nicht. Die Apachen setzten sich mit vermehrten Überfällen auf die Weißen zur Wehr. In den Kriegen, die in den nächsten zwei Jahrzehnten folgten, traten neue Indianerführer hervor und wurden zur Legende: Cochise, Eskiminzin, Juh, Victorio, Nana, Chato, Nachez, Loco, Chihuahua, Geronimo.

Der Widerstand der Apachen steigerte den Haß der Weißen im Südwesten auf die Indianer.
1871 überfiel ein Mob von Totschlägern im Auftrag der Bürger von Tuscon eine unbewaffnete Siedlung von Eskiminzins Apachen, die unter den Augen des Militärkommandeurs friedlich in Camp Grant in Arizona lebten, und ermordeten, vergewaltigten und verstümmelten 144 hilflose Menschen, darunter waren nur drei Männer. Ein Geschworenengericht befand später niemand für schuldig.

Apachen-Krieger Cochise, der durch den Bau von Fort Bowie vom Apache Pass vertrieben worden war, lebte inzwischen in den felsigen Dragoon Mountainsim Südwesten Arizonas in einem gut vergorgenen Schlupfwinkel, von dem sich das Tal nach Osten zum Paß hin überblicken ließ. Kavalleristen unter General George Crook durchkämmten die Dragoon Mountains, doch Cochises Chiricahua konnten sie mit Guerillataktiken abwehren und ihnen in dem unwegsamen Gelände entkommen.
1872 brachte Tom Jeffords, ein früherer Postkutscher und Goldsucher, der sich mit Cochise angefreundet hatte und bei den Indianern als Taglito (Red Beard) bekannt war, General O. O. Howard -der später Chief Joseph bekämpfen würde- mit Einwilligung der Indianer zu Friedensgesprächen in Cochises Versteck. Der tödlich erkrankte Häuptling rang Howard das Versprechen ab, daß seine Leute nach Apache Pass zurückkehren und in Frieden in ihrer Heimat leben durften. Doch bevor er die Waffen niederlegte, verlangte er von Howard eine Garantie, daß dieser sein Versprechen halten würde. Howard willigte in Cochises Bedingungen ein, doch wie der Apachen-Häuptling geahnt hatte, war das Versprechen des Generals mit Cochises Tod 1874 vergessen, und die Indianer konnten nie in das Land um den Apache Pass zurückkehren. Sein Sohn Taza folgte Cochise als Häuptling der Chiricahua, doch die treibende Kraft hinter dem fortdauernden Widerstand der Chiricahua war nun eigentlich ein Medizinmann der Bedonkohe-Apachen.


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