Völker der Arktis

Die Inuit und Aleuten

Karte der Arktis
Das Siedlungsgebiet der Inuit

Das Land am Ende der Welt

Das Land am Ende der Welt ist eine riesige, eisige Ödnis, die sich von Sibirien nach Grönland ausdehnt und deren Strände vom Pazifik, dem Arktischen Meer und dem Atlantik begrenzt sind. Im Sommer leben die Menschen in permanentem Sonnenschein, im Winter jedoch sinkt die Sonne für drei Monate unter den Horizont. Nur die Nordlichter und das Glimmen des Dämmerlichts im Süden vermögen hier einzudringen.

Im Winter scheint die Arktis das härteste Land auf Erden zu sein. Die Temperatur bleibt bis zu neun Monate unter dem Gefrierpunkt und verwandelt das Land und Meer in eine endlose Einöde aus windgepeitschtem Schnee und Eis.

Die Inuit und Aleuten

Inuit Familie
Traditionelles Inuit-Leben

Die arktischen Völker der Gegenwart – die Inuit und die Aleuten – sind nahe verwandt und gehören der eskimo-aleutischen Sprachgruppe an. Sie unterscheiden sich äußerlich von den anderen Ureinwohnern Nordamerikas und ähneln eher den Völkern des fernen nordöstlichen Asiens.

Inuit Siedlung
Inuit-Siedlung

Die Inuit lebten an den Meeren der gesamten nördlichen Polarkappe. Alle Inuitvölker, von den Yuit in Sibirien bis zu den Kallaalit in Grönland, teilten die gleiche Sprache und Lebensform. Gegen die Kälte trugen sie dicke Parkas, Hosen aus Karibufellen und bauten während ihrer Reisen im Winter temporäre Schneehäuser (Iglus).

Leben und Jagd

Inuit auf der Jagd
Inuit auf der Jagd

Das Inuit-Jahr folgte dem Rhythmus der Jagd. Im Winter versammelten sich mehrere Familien, um Seehunde, die Hauptnahrungsquelle, zu jagen. Mit der Schneeschmelze in der Tundra wurden die großen Winterlager abgebrochen, und die Inuit zogen in kleinen Familiensippschaften durch die Tundra.

Inuit Kajak
Traditioneller Kajak

Sie stellten Fallen auf, fischten Kabeljau im Meer, bauten Fischreusen, jagten Vögel und sammelten Eier. Die Jagd nach Walrossen war sehr wichtig, da deren Elfenbein für Werkzeuge und Waffen benötigt wurde. Es stellte auch ein ideales Medium dar, um kleine, komplizierte menschliche, tierische und spirituelle Figuren zu schnitzen.

Begegnung mit Frobisher 1576

Im Juni 1576 segelte der Engländer Martin Frobisher auf der Suche nach einer Nordwestpassage ins Eismeer Nordamerikas. Als die Inuit in ihrem Sommerlager auf der Insel Niountelik seine Segel sichteten, ruderten sie in Kajaks zu Frobishers Schiff, begrüßten die Engländer freundschaftlich und boten Handel an.

Doch die Begegnung endete tragisch. Nach einem Missverständnis wurden Inuit gefangen genommen und nach England verschleppt, wo sie starben. Im folgenden Jahr kehrte Frobisher mit Soldaten zurück. Am Ort, den die Soldaten "Bloody Point" nannten, kam es zu einem Gemetzel. Diese Geschichte zeigt die oft tragischen ersten Begegnungen zwischen den Völkern der Arktis und den Europäern.

Es liegt eine Angst in der Sehnsucht nach Einsamkeit. Wenn man mit Freunden zusammen ist und sich sehnt, allein zu sein. Es bringt Freude zu spüren, wie der Sommer zu der großen Welt kommt, und zuzusehen, wie die Sonne ihrem uralten Weg folgt.

– Altes Inuit-Lied, aufgezeichnet von Knud Rasmussen, 1921

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